ZENTRIFUGE DES WAHNSINNS
(:leben:)

 

 

 

 

Mit dem ersten Schlag des Herzens
begann das eigenständige Leben
und mit dem ersten Leugnen seiner Stimme
endete es

 

 

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Wenn Gedanken uns führen
dann sind es Fremde
Regeln, Vorurteile, Konventionen
Wenn Gefühle uns führen
dann sind wir es selbst
ohne Anleitung

 

 

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Für viele Träume ist es schon zu spät
wenn sie noch nicht mal gefühlt wurden

 

 

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So schwer ist es
wenn uns niemand hilft
wenn uns niemand Recht gibt
wenn uns niemand glaubt
So leicht ist es
wenn man selbst dazu in der Lage ist

 

 

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Allein sein heißt nicht
wenn dich Leere umgibt - was ist in dir?
wenn niemand ist wie du - sie suchen dich auch!
wenn du dein Bett nur halb füllst - die andere Hälfte ist die Zukunft!

Allein sein heißt
wenn dich Massen umgeben - du verschwimmst in ihrer Oberfläche.
wenn alle sind wie du - wer bist du denn dann?
wenn dein Bett sich voll anfühlt - wer Platz sucht, ist allein.

 

 

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Wer Platz sucht, ist allein....

 

 

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Vielleicht sind Geister
(...diese Schatten, die wir sehen, bevor wir uns umschauen
...diese Gesellschaft, die wir spüren, wenn wir allein im Raum sind
...diese Angst, die uns umgibt, wenn wir in Dunkelheit sind)

ja auch wir selbst
...unsere verdrängten Träume, an die wir nicht glaubten
...unsere unterdrückten Sorgen, die uns nicht vergessen
...unsere verleugnete Seele, die uns nicht erreichte
die andere Realität, die wir sein könnten?

 

 

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Zitate die uns etwas sagen wollen
glauben wir schnell zu verstehen
die Worte sind klar
und wir finden sie klug
doch was sie uns zeigen wollten
war nicht ihr bloßes Verstehen
sondern dass ihre Aussage
unsere Realität sein könnte

 

 

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Ein Stofftier
Symbol für Geborgenheit
Ein Kranz an der Tür
Symbol für Zugehörigkeit
Ein Bild an der Wand
Symbol für Individualität
Ein Adressbuch auf dem Tisch
Symbol für Gemeinschaft
Ein Ausweis in der Tasche
Symbol für Leben

 

 

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Wir treffen wertvolle Menschen
und vergessen ihr Gesicht
wir hören verzaubernde Lieder
und vergessen ihre Melodie
wir sehen begeisternde Kunstwerke
und vergessen ihre Ausstrahlung
wir fühlen aufwühlende Leidenschaft
und vergessen ihre Beständigkeit
wir lernen vernünftige Regeln
und rücken niemals davon ab

 

 

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Warum wollen wir wissen
was wir niemals wissen können
Warum wollen wir fragen
was uns keine Antwort geben kann
Warum wollen wir glauben
was uns keine Lücke füllen wird
Warum wollen wir nicht zufrieden sein?

 

 

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Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter
vorgebliches Motto vieler Menschen
An ihrem letzten Tag
haben sie gearbeitet.

 

 

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Die Welt durch Kinderaugen sehen
das wünschen sich Erwachsene
einmal nur, einmal wieder
Kinder sehen die Welt
genau so wie sie
aber sie ziehen keine Schlüsse daraus

 

 

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Können Worte verändern?
Kann ein Satz hypnotisieren?
Worte und Sätze sind Denk-Anstöße
sie lösen etwas aus
und bewegen mehr als jeder Motor

 

 

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Schaut man sich die Masse an
möchte man nicht dazu gehören
redet man mit Einzelnen
gehören sie nicht dazu

 

 

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Die Vielschichtigkeit, die Interpretierbarkeit
wichtig für Gedichte
tiefgründig und klug sollen sie sein
damit man sie liest
nachdenkt
nickt
und weiterlebt

 

 

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Was hilft es,
klug zu sein wenn die Zeit es nicht ist?
schnell zu sein wenn die Begleiter es nicht sind?
witzig zu sein wenn die Realität es nicht ist?
ehrlich zu sein wenn das Selbstbild es nicht ist?
man selbst zu sein wenn es doch niemand sieht?

 

 

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Wer Gedichte
und Lyrik
depressiv findet
ist es wahrscheinlich
doch weiß es nicht.

 

 

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Leidenschaft
ein schönes Wort
oft benutzt und selten gelebt
oft unterdrückt und selten zugelassen
oft verwechselt und selten erkannt

 

 

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Was man nachts träumt
Bilder, Gefühle, Formen, Geräusche
erscheinen verwirrend und wir halten sie nicht für real
Was man tagsüber sieht
Gedanken, Selbstbilder, Alltage, Unverrückbarkeiten
erscheinen normal und sie sind nicht real.

 

 

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Was uns ausmacht
wenn wir lachen, obwohl wir es nicht lustig finden
wenn wir stehen bleiben, obwohl wir es eilig haben
wenn wir reden, obwohl wir uns Ruhe wünschen
wenn wir sparen, obwohl wir etwas brauchen
wenn wir lieben, obwohl wir es nicht fühlen
Das Pflichtgefühl
es macht uns
aus

 

 

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Fliegende Vögel
Schleichende Schnecken
Spielende Hunde
Suchende Bienen
Brütende Schwäne
Gelangweilte Menschen

 

 

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Wenn man etwas schreibt
und es dann wieder löscht
ist es wie ein Gedanke
den man niemals sagt

Wenn man etwas denkt
und es dann korrigiert
ist es wie ein Gefühl
das man nicht versteht

Wenn man etwas fühlt
und es dann verleugnet
ist es wie ein Leben
das man nicht lebt

 

 

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(c) Martin Cordsmeier - impressum